Aufräumen kann nervig sein, eine Last die man gerne vor sich herschiebt oder ein Zwang, eine Pflicht oder eine Notwendigkeit. Ganz gleich welche Auffassung man auch haben will, irgendwie ist doch immer so ein kleines Stück kindliche Freude dabei, wenn man den inneren Schweinehund erst einmal überwunden und angefangen hat. Dann kommt so ein wenig die Schatzsucherfreude wieder hervor, die man aus längst vergangenen Tagen nur noch wage in Erinnerung hat. Dann stolpert man plötzlich über die alten Liebesbriefe der allerersten Liebe und über die im kindlichen Schreibschriftversuch gekritzelten Geburtsurkunde der mittlerweile 12 Jahre alten Hauskatze. Man findet die Schulaufgabe aus der siebten Klasse, die man pünktlich am 25.3.1996 hätte dem Mathelehrer zurückgeben sollen. Da man mit nicht geringem Stolz das Aufbewahrungsdöschen der liebevoll gesammelten Milchzähne in der Hand und wenig später schwägt man in Sommerlichen Erinnerungen an den Griechenlandurlaub vor vier Jahren, als man die alten Flugtickets in der Schreibtischschublade findet. Wegschmeissen? Sich von was trennen? Geht nicht! Der Mensch ist nun mal Sammler, also einfach von A nach B geräumt. Aber was soll's, so ist der Schatzjägerspaß bei der nächsten Aufräumaktion wenigstens gesichert.
Montag, 25. Juni 2007
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